Gästeservice: +49 (0) 34925 6 30 37

Zentrale: +49 (0) 34925 6-0

Nachrichten

Saubere Luft?

Neue Gutachten zur Luftqualität

Die bioklimatische Beurteilung und das amtliche Luftgutachten gibt die Stadt beim Deutschen Wetterdienst in Auftrag. Ändern sich die örtlichen Gegebenheiten - die Infrastruktur - nicht wesentlich, werden diese Gutachten aller zehn Jahre fällig.
Von Kur- und Erholungsorten wird gefordert, dass die lufthygienischen Bedingungen für den Gast eine Entlastung von den Immissionsverhältnissen der Großstädte und Ballungsgebiete darstellen. Mangelnde Luftqualität darf keinesfalls den Erfolg von Kuranwendungen gefährden.
Die neuen Gutachten basieren auf den Ergebnissen der Orts- und Geländebesichtigung und der Auswertung der einjährigen Messreihe von April 2018 bis Mai 2019 zur Überprüfung der Luftqualität. An zwei Standorten wurde die Luft hinsichtlich Stickstoffdioxid, Fein- und Grobstaub sowie Ruß analysiert. Das Kurgebiet (Messstelle Nähe Rehaklinik 1) repräsentiert dabei die Hintergrundbelastung, das Verkehrszentrum (Messstelle Gärtnerstraße) die verkehrsbedingte Zusatzbelastung. Dabei gelten für das Kurgebiet strengere Richtwerte. Die Luftqualität hängt neben der topografischen Lage und der Belüftung im Wesentlichen von der Verkehrsbelastung, den Heizungsemissionen, der Siedlungsdichte und der gewerblichen Nutzung ab. Daneben haben auch natürliche Quellen (z. B. Vegetation, Waldbrände) Einfluss auf die örtliche Luftschadstoff-Belastung.
Die Überprüfung der Luft in Bad Schmiedeberg ergab, dass die mittleren Belastungswerte der einzelnen Luftschadstoffe unter den jeweiligen Langzeit-Richtwerten liegen. An der verkehrsbezogenen Probenahmestelle „Gärtnerstraße“ ist die Belastung durch Grobstaub und durch Feinstaub kurortüblich. Die Konzentrationen des Stickstoffdioxids und des Ruß im Feinstaub liegen im geringen und die des Grobstaubs sogar im äußerst geringen Bereich. Mit der geringen Stickstoffdioxid-Belastung gehört Bad Schmiedeberg zu den besten zehn Prozent von den 200 Kurorten in Deutschland.
Im Kurgebiet ist die Belastung durch Grobstaub im Vergleich zur Messreihe 2007/08 leicht höher. Dies kann vor allem auf die außergewöhnliche Trockenheit des Sommers 2018 zurückgeführt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die Brände in den Sommermonaten in der Umgebung auch einen zusätzlichen Beitrag zur örtlichen Feinstaub-Belastung leisteten. Die Stickstoffdioxid-Belastung ist an dieser Messstelle kurortüblich.
Das zeigt auch, wie notwendig und richtig die Entscheidungen waren, Kurzentrum und Teile der Stadt vom Durchgangsverkehr zu befreien, das Verbrennen von Laub oder Gartenabfällen zu untersagen und anstelle von dieselbetriebenen Fahrzeugen im Kurzentrum zunehmend Elektrofahrzeuge einzusetzen.
Seitens des Deutschen Wetterdienstes wird eingeschätzt, dass die hinsichtlich der klimatischen, bioklimatischen und lufthygienischen Verhältnisse an ein Moor-, Mineral- und Kneippheilbad gestellten Bedingungen weiterhin erfüllt sind und die Weiterführung der Prädikate ohne Einschränkungen befürwortet werden.

Zurück